von Sacimata » Freitag 26. Januar 2007, 20:11
Namaste, Meneldur!
Entschuldige - bei mir war der Jahresbeginn so hektisch, dass ich dein Posting tatsächlich übersehen hatte.
Also du gehst mir mit deinen Überlegungen ganz und gar nicht auf die Nerven.
Ich wundere mich eher, dass es soweit kommen konnte, dass der "Guru" oder das "Einweihung nehmen" als eine Art "Last" empfunden wird. Unter diesen Umständen hätte ich nie einen Guru angenommen. Und ich rate jedem davon ab, diesen Schritt zu tun, wenn man irgendwie in diese Richtung empfindet.
Ich schätze an meinem Guru, dass er tatsächlich anderen Menschen wertschätzt. Das ist gar keine Frage, sich über andere zu stellen - ganz zu schweigen von einem Jesu.
Ich bin nicht Schülerin aufgrund eines "Rituals", sondern aufgrund meiner tatsächlichen Beziehung zu ihm. Vielleicht ähnlich wie ich nicht "die Frau meines Mannes" bin, aufgrund des Trauscheins, sondern aufgrund der Beziehung zu diesem Menschen. Mich an meinen Guru zu binden, das war, was ich mir wünschte. Warum? Wohl einfach weil ich mich von Anfang an sehr von ihm angezogen fühlte.
Versprechen sind wichtig - auch meinem Gurudeva. Aber nie hätte ich es gesehen, dass er seine Beziehung zu seinen Schülern von den Einweihungsversprechen abhängig gemacht hätte. Er kümmert sich um andere, einfach weil dies seine Natur ist. Das ist es, was mich ihm wirklich verpflichtet, mich manchmal auch beschämt, denn meine Natur ist davon weit entfernt.
Ja, es geht auch mir um meine persönliche Beziehung zu Gott. Ich sehe (empfinde) da meinen Gurudeva nicht als den "Mittler" in dem Sinne, dass er wie ein Hindernis oder notwendiges Etwas in der Mitte dieser Beziehung steht. Vielmehr ist er mir durch sein Beispiel eine Ermutigung meine ganz persönliche Beziehung zu entfalten.
Der Guru ist für mich kein Dogma, es ist eine Erfahrung. Wenn ich in jemandem nicht dieses "Guru" erfahren kann - nun dann ist es nicht mein Guru, ganz egal ob er ein reiner Gottgeweihter wäre oder völlig qualifiziert.
Aber mir war klar, dass eine solche Erfahrung bindet, verpflichtet - und so erfahre ich es auch. Schüler von allen, aber Diener von keinem zu sein - das sagt für mich etwas über eine Unverbindlichkeit aus, die mir nicht sehr wichtig ist. Beziehung jedoch ist mir wichtig.
Nitai-Gaura Haribol
Sacimata