Namaste, ihr alle!
Nachfolgend ein kurzer Auszug aus einem Interview mit Srila Bhakti Bibudha Bodhayan Maharaj, dem Acharya und Vorsteher der Sri Gopinath Gaudiya Math (gegründet von Srila Bhakti Promode Puri Goswami Maharaj) vom 20. Mai 2001 in Odessa (Ukraine). Srila B. B. Bodhayan Maharaj ist auch Gründungsmitglied des WVA und einer der verantwortlichen Trustees.
Frage:
Maharaj, ich würde dir gerne eine persönliche Frage stellen. Es gibt so viele Maharajas und sie sprechen über eine friedvolle (innere) Stimmung, über ein freundschaftliches Gemüt in der Kommunikation mit anderen Vaishnavas. Doch tatsächlich streiten die Vaishnavas mit jedem anderen und eine Vielzahl von Vaishnavas streiten mit Srila Narayana Maharaj. Ich verstehe nicht, weshalb sie mit ihm streiten und mit Srila Bhakti Sundar Govinda Maharaj. Uns wurde gesagt, Narayana Maharaj begehe viele Vergehen. Ich verstehe nicht, weshalb Vaishnavas zuerst über Freundschaftlichkeit sprechen, aber in Wirklichkeit mit Narayana Maharaj und anderen Maths streiten. Wenn du Zeit hast, gib mir doch bitte eine Antwort darauf.
Antwort:
Das ist eine schöne Frage. Wir sprechen über eine freundschaftliche Gemütsstimmung, aber praktisch lieben wir es nicht, freundschaftliche Beziehungen mit allen anderen zu pflegen. Das ist wahr.
Das war nicht die Gemütsstimmung, die Srila Bhaktisiddhanta Saraswati Prabhupada vorgegeben hat. Wir sind von seiner Linie abgewichen, ziemlich weit sogar, denn zuvor war es die Gemütsstimmung, die Botschaft von Sriman Mahaprabhu zu verbreiten. Anstelle dessen sind wir zu einem Guru-Kult geworden. Guru-Kult bedeutet: „Mein Guru ist der höchste.“
Du kannst sehen, dass in allen Büchern erstklassige Bilder von Gurudev gedruckt sind -, doch was ist mit Rupa Goswamis Bild?! Wir streben danach, Rupanuga-Bhaktas zu sein. Dennoch, anstatt die Botschaft Mahaprabhus zu verbreiten, sind wir zu sehr in Gurudevas Herrlichkeit verwickelt. Das wird Guru-Kult genannt: Wenn wir versuchen, unseren Gurudeva zu verherrlichen, anstelle von Mahaprabhu. Obschon es wahr ist, dass der Guru das Licht unseres Bhajans ist, lenken wir unsere Energien von Mahaprabhu ab, auf die Geweihten von Mahaprabhu.
Auf diese Weise gibt es unterschiedliche Gemeinschaften und unterschiedliche Gemütsstimmungen. Es gibt diese Gemütsstimmung von „Mein Gurudeva“. So handeln wir tatsächlich wie in einem Guru-Kult, aber praktisch fehlt es uns an Anziehung zum Bhajan. Weisst du, dass wir einen Mangel an Bhajan aufweisen? Wenn wir zu unseren Geweihten in Bezug zu unserer Gruppe predigen, sollten wir nicht fanatisch sein. Die Geweihten befinden sich durch die Gemeinschaft in einer solch fanatischen Gemütsstimmung. Das ist Fanatismus und er geht weiter. In dieser Weise streiten wir nur darüber, wie wir unsere Gruppe zur grössten machen können – diese Art von Streitereien. Aufgrund all dessen streiten all die Gruppen untereinander. Es ist Gruppen-Bewusstsein, nicht Krishna-Bewusstsein.
Das ganze Interview ist in englisch zu finden unter:
[url=http://www.srijagannatha.com/bodhayan1.html]http://www.srijagannatha.com/bodhayan1.html
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Nitai-Gaura Haribol
Sacimata
