SB 3.29.22 - Verehrung in Unwissenheit

Zitate und Gespräche über das Bhagavat-purana.

SB 3.29.22 - Verehrung in Unwissenheit

Beitragvon Sacimata » Samstag 14. Februar 2009, 08:54

Namaste, ihr alle!

Ich lese auch regelmässig in englischen Foren, obschon vieles, was dort zu lesen ist, mich eher abstösst. Aber auch das ist Teil der Realität, nämlich wie wir durchs Leben gehen und Krishna-Bewusstsein verstehen.

Ich stosse aber auch immer wieder auf für mich sehr wertvolle Texte und Gedanken. So zitierte ein Schreiber den hier aufgeführten Vers aus dem Shrimad Bhagavatam und drückte recht einfach aus, wie grundlegend diese Aussage ist, die deshalb ganz praktisch in unser Herz (Bewusstsein) eindringen sollte und allein als theoretisches Verständnis wenig nützt.

Übersetzung und Erläuterung von A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada
Shrimad-Bhagavatam 3.29.22
Jemand, der die Bildgestalt Gottes in den Tempeln verehrt, jedoch nicht weiss, dass der Höchste Herr als Paramatma im Herzen eines jeden Lebewesens weilt, muss in Unwissenheit sein und wird mit jemandem verglichen, der Opfergaben in Asche darbringt.


Erläuterung:
Es heisst hier klar, dass die Höchste Persönlichkeit Gottes in Ihrer vollständigen Erweiterung der Überseele in allen Lebewesen gegenwärtig ist. Die Lebewesen haben 8 400 000 verschiedene Arten von Körpern, und die Höchste Persönlichkeit Gottes lebt in jedem Körper sowohl als die individuelle Seele wie auch als die Überseele. Da die individuelle Seele ein winziges Teilchen des Höchsten Herrn ist, lebt der Herr in diesem Sinne in jedem Körper, und als Überseele ist der Herr auch als Zeuge gegewärtig. In beiden Fällen ist die Gegenwart Gottes in jedem Lebewesen essentiell. Folglich befinden sich Menschen, die sich zu einer bestimmten religiösen Sekte bekennen, aber die Gegenwart der Höchsten Persönlichkeit Gottes in jedem Lebewesen und überall sonst nicht spüren, in der Erscheinungsweise der Unwissenheit.

Wenn sich jemand, ohne dieses vorbereitende Wissen von der Allgegenwart des Herrn zu haben, einfach nur den Ritualen in einem Tempel, in einer Kirche oder in einer Moschee zuwendet, ist es so, als opfere er Butter eher in Asche als in Feuer. Man bringt Opfer dar, indem man geklärte Butter in ein Feuer giesst und dazu vedische Mantras chantet, doch selbst wenn vedische Mantras gechantet werden und alle Bedingungen günstig sind, ist ein solches Opfer nutzlos, wenn die geklärt Butter auf Asche gegossen wird. Mit anderen Worten. Ein Gottgeweihter soll kein Lebewesen missachten. Der Gottgeweihte muss wissen, dass in jedem Lebewesen, ganz gleich wie unbedeutend es sein mag, selbst in einer Ameise, Gott gegenwärtig ist. Daher soll jedes Lebewesen freundlich behandelt und keinerlei Gewalt ausgesetzt werden. In der modernen zivilisierten Gesellschaft werden von einer bestimmten religiösen Richtung reguläre Schlachthöfe unterhalten und unterstützt. Doch ohne Wissen von der Gegenwart Gottes in jedem Lebewesen muss jeder sogenannte Fortschritt der menschlichen Zivilisation, ob spirituell oder materiell, als in der Erscheinungsweise der Unwissenheit befindlich, verstanden werden.


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