Reinkarnationstherapie - Namaste

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Reinkarnationstherapie

NDE - Reinkarnation
Zu den frühsten und gründlichsten Forschern, die durch Hypnoserückführungen nach Belegen für die Reinkarnationstheorie suchten, gehörten der französische Offizier und Forscher Baron Albert de Rochas d'Aiglun (1837 – 1914) und der englische Psychiater Sir Alexander Cannon von dem es einige Veröffentlichungen ab dem Jahr 1900 gibt. Obschon sie selber durch ihre Experimente von der Reinkarnation überzeugt wurden, blieb ihr Schaffen grösstenteils unbeachtet. Dies liegt sicherlich auch daran, dass die Ergebnisse ihrer Experimente nicht überzeugen konnten, da sie nicht überprüfbar waren. Denn als Beleg für die Wirklichkeit solcher Rückerinnerungen an ein früheres Leben, genügt nicht nur die Erfahrung einer Erinnerung aus früheren Leben, die so aussieht und sich so anfühlt, als hätte sie sich tatsächlich so zugetragen. Ein wichtiges Kriterum liegt darin, möglichst viele Erinnerungen an vergangene Handlungen zu verifizieren und möglichst von unabhängige Instanzen bestätigt zu bekommen. Gerade dies aber ist die besondere Schwierigkeit bei der Überprüfung. Erhärtende Beweise sind entweder schwer zu erbringen, da sich die Ereignisse in ferner Vergangenheit abgespielt haben. Oder aber sie sind leichter zugänglich, wodurch sich das Risiko erhöht, dass diese Informationen durch andere Quellen in unser Unterbewusstsein eingespeist wurden, z. B. durch Zeitungsartikel, Dokumentationssendungen etc. Bezeichnenderweise lassen sich Einzelheiten aus Erinnerungen, die spontan auftreten vermehrt bestätigen, als es bei hypnotisch hervorgerufenen Erinnerungen der Fall ist.

Ich möchte hier trotzdem ein Beispiel aufführen, das obige Kriterien weitgehend erfüllt. Es stammt aus der praktischen Erfahrung der beiden Psychotherapeuten Dr. Morris Netherton und Dr. Nancy Shiffrin (Bericht vom Leben vor dem Leben, 3. Aufl., Ullstein Sachbuch, 1990, S. 205 ff). Dr. Morris Netherton schreibt: "Wenn mir Fälle vorgetragen werden, die Tatsachen enthalten, die nachgeprüft werden können, versuche ich, das Material zu verifizieren, auch wenn Forschung nicht meine Hauptaufgabe ist. Ich erwarte nicht, dass meine Patienten sich an Einzelheiten und Statistiken erinnern, aber manchmal kommen unabsichtlich Daten, Orte oder andere Informationen zutage, denen man weiter nachgehen kann...:

"... Nur selten beschreiben Patienten ein ganzes Leben von der Geburt bis zum Tod. Meist erfahre ich lediglich die Höhepunkte eines Traumas, Ausschnitte voller Schmerz und Unglück. Aber eine Patientin, die 1936 geboren wurde, hatte offensichtlich ein Leben geführt, das so voller Furcht und Schrecken war, dass sie es buchstäblich von der Geburt an verfolgen konnte. Sie kam, so erzählte sie, in jenem Leben als uneheliche Tochter einer damals ziemlich bekannten New Yorker Schauspielerin zur Welt. An den Namen der Frau konnte sie sich jedoch nicht erinnern, vielleicht weil sie sie nie sah. Gleich nach ihrer Geburt 1903 nahm ein älteres verheiratetes Paar das Kind zu sich und adoptierte es, inoffiziell. Bis 1916 lebte sie in Pensylvania – da wurden ihre Zieheltern bei einem Autounfall getötet, und sie stand allein da.

Sie nahm den Faden ihres Lebens in den frühen zwanziger Jahren wieder auf, als sie einen Mann namens McCullum heiratete und zurück nach New York zog, ihrer Geburtsstadt. Sie hatten ein kleines Kleidergeschäft in der Nähe der Siebten Strasse im Herzen Manhattans erworben. Mit harter Arbeit und Sparsamkeit brachten die beiden das Geschäft hoch. Dann geschah die Katastrophe.

'Es ist 1928, im Winter. Ich weiss nicht, wie ich hierher gekommen bin ... aber er ist tot – Keith ist tot. Zwei Ärzte im Krankenhaus sprechen mit mir. Es ist so plötzlich passiert. Die Kälte, die Arbeit. Er ist krank geworden ... eine Erkältung. Dann wurde er immer kränker. Ich höre "Lungenentzündung", das ist das Wort. Sie sagen es ein paarmal. Es war nichts mehr zu machen. Lungenentzündung. Er hat so schwer gearbeitet. Heutzutage kennt das keiner mehr, so schwere Arbeit... wir haben beide so geschuftet.'

Von diesem Moment an jagte ein Unglück das andere. Im Frühjahr 1929 erkrankte ihr Sohn an Kinderlähmung und starb. Im Oktober desselben Jahres brach die Börse zusammen, und die lange Wirtschaftskrise begann. Das Kleidergeschäft weiterzuführen war praktisch unmöglich, aber sie wusste nicht, was sie sonst tun sollte. Über drei Jahre hielt sie durch, aber im Sommer 1933 stand sie vor dem Bankrott.

'Ich bin im Zuschneideraum. Ich habe ihn wegen der Gitter ausgesucht. Es sind starke Gitter, an die wir jahrelang die Kleider gehängt haben. Ich glaube, sie werden mich tragen. Das Datum steht deutlich vor meinen Augen. 11. Juni 1933. Ein sonniger Tag. Ein paar von diesen grossen schwarzen Ventilatoren hängen an der Decke. Wir haben sie abgestellt – oder das Elektrizitätswerk. Es ist mir gleichgültig. Ich habe einen Strick ...'

Nach dem Bericht meiner Patientin erhängt sich Rita McCullum im Zuschneideraum ihres Geschäftes am 11. Juni 1933, mitten in Manhattan, in der Nähe der Siebten Strasse.

Weil die einschlägigen Daten greifbar waren, fragten wir bei der New Yorker Stadtverwaltung nach. Wir lieferten ihnen die Details, die wir hatten, und baten darum einen solchen Todesfall zu verifizieren. Mit der Post erhielten wir eine notariell beglaubigte Fotokopie des Totenscheins für eine Frau namens Rita McCullum, der bestätigte, dass sie durch Erhängen gestorben war; die Adresse war irgendwo in den dreissiger Strassen im Westen, bis heute ein Zentrum der Bekleidungsindustrie. Das Todesdatum war tatsächlich der 11. Juni 1933, das Alter mit 30 Jahren angeben. Das Geburtsjahr der Rita MCCullum war also 1903 – wie es die Patientin angegeben hatte.

Mehr als den Tod dieser Frau zu verifizieren, habe ich nicht versucht, aber allein diese Übereinstimmung mit der Geschichte der Patientin ist wohl schon recht bemerkenswert. Der "Fall Rita McCullum" scheint mir ein gutes Beispiel zu sein für meine eingangs aufgestellte Behauptung, dass es Fälle gibt, bei denen Reinkarnation enfach die logischste Erklärung ist."



Die Psychotherapie kennt die Hypnose als Hilfsmittel bei Altersregressionen, d. h. Rückführungen, in die Jugend oder Kindheit des Patienten. Unter anderem wird diese Therapieform bei Phobien, Verhaltensstörungen oder psychosomatischen Störungen mit Schmerzzuständen und Ängsten angewendet. Oft geschah es im Zuge einer solchen Altersregression, dass der Patient plötzlich von Erinnerungen berichtete, die vor seinem jetzigen Leben stattgefunden haben sollen.

Die meisten Therapeuten schenken ihre Aufmerksamkeit weniger der Frage, ob eine solche Erinnerung der Wahrheit entspricht oder nicht, sondern wie der therapeutische Nutzen einer solchen Sitzung für den Patienten aussieht. Vereinfacht gesagt, soll dem Patienten durch die Hypnose-Sitzungen geholfen werden, von z. B. Phobien oder psychosomatischen Störungen frei zu werden, die ihre Wurzeln im Bereich des Unbewussten haben. Indem in der Hypnose ein traumatischer Zustand Stück für Stück erinnert und wiedererlebt wird –, ein Prinzip, wie es bereits bei Schockopfern aus dem Zweiten Weltkrieg angewendet wurde –, soll dem Patienten die Möglichkeit gegeben werden, Ängste und Depressionen durchzuarbeiten, um sich vollends davon lösen zu können. In der Literatur finden sich unzählige Berichte von Patienten, deren Schmerz- und Angstzustände nach solchen Therapien verschwanden. So erregt die Regressionstherapie auch in der Öffentlichkeit immer grösseres Interesse. Bei vielen mag allerdings auch die reine Neugier mitspielen. Die Aussicht, durch eine Rückführung Gewissheit über ein früheres – und damit in gewissem Sinne auch über ein zukünftiges – Leben zu erhalten und mehr über sich selbst zu erfahren, ist Ansporn genug, auch ohne dass therapeutisch eine solche Therapie angezeigt wäre, eine entsprechende Rückführung ins Auge zu fassen.

Wer sich zu einer solchen Therapie entschliesst, sollte sich jedoch auch über die Kehrseite der Medaille informieren, die nicht ungefährlich ist. Immer wieder gibt es Bericht von Rückgeführten, welche nicht mehr richtig in die Gegenwart zurückfinden. Es kann zu einem starken Gefühl innerer Ausgelaugtheit kommen, bisweilen sogar zu einer Art psychotischer Schübe. Aufgrund dieser Risiken dürfen Regressionen in den USA nur von Psychiatern durchgeführt werden. Selbst wenn vor allem in neuerer Zeit dazu übergegangen wird, bei Rückführungen nicht mehr von Hypnose zu sprechen, sondern von Tiefenentspannung, meditativer Innenwendung, eingeschränktem Wachzustand (Hypnoid) u. ä. muss doch darauf hingewiesen werden, dass es sich hier oft lediglich um begriffliche Unterschiede handelt, die sich jedoch in ihren praktischen Auswirkungen nicht gross unterscheiden.

In Hypnose ist die Empfänglichkeit für suggestiv induzierte Vorstellungen (durch die verbale Führung des Hypnotiseurs) und die Neigung zu transpersonaler Fiktion gross. Tagträume, Phantasien und Wunschträume sind in Hypnose nicht nur möglich, sondern treten auf Suggestionen hin fast unweigerlich auf. Der Hypnotisierte kann sich deshalb nie sicher sein, ob das, woran er sich erinnert, wirklich geschehen ist, es sich also tatsächlich um eine Erinnerung aus seinem früheren Leben handelt. Für seine Wahrnehmung sind die Erinnerung absolut real und erlebt. Doch die Wahrnehmung allein, sagt nichts über den Wirklichkeitsgehalt der Erinnerung aus. Selbst bei Hypnosesitzungen, da der Patient – oder sollte man schon eher von Versuchsperson sprechen – wie bei einem Lügendetektortest elektronische überwacht wird, lässt sich daraus letztlich doch keine Gewissheit ableiten. Diese Messungen sagen wohl etwas über die Verfassung der Person aus, nicht aber darüber, inwieweit die Erinnerung tatsächlich der Wahrheit entsprechen und nicht bloss von der Person als "wahr erinnert" wird.

Genau aus diesem Grunde gibt es viele Menschen, die von sich behaupten, sie seien in ihrem früheren Leben Kleopatra, Napoleon oder sonst eine berühmte Persönlichkeit aus der Vergangenheit gewesen. Man täte diesen Menschen unrecht, würde man sie als Lügner oder Betrüger bezeichnen. Denn in ihrer Wahrnehmung ist die Erinnerung aus der Hypnose wahr und wirklich.

Ein weiteres Problem stellt zweifellos die Konfliktlösung dar. Angenommen, jemand hat in seinem jetzigen Leben ein gespanntes Verhältnis zu einem Verwandten, Nachbarn oder Vorgesetzen. Nun glaubt er sich in einer Rückführung zu erinnern, dass genau diese Person im letzten Leben Aufseher in einem deutschen KZ war, wo er selbst (und viele andere) unter greulichsten Umständen ums Leben gekommen ist. Es ist leicht absehbar, dass in den meisten Fällen ein solches "erinnertes Wissen" den bestehenden Konflikt eskalieren liesse. Ein buddhistischer Lama beantwortete die Frage: "Was bedeutet es, Erinnerung an ein früheres Leben zu haben", mit den Worten "Double Illusion" (Zweifache Täuschung). Wenn der Mensch schon jetzt dazu neigt, sich mit all dem zu identifizieren, was er als das "Ich" und "Mein" seiner Verkörperung wahrnimmt, sollte diese Rückerinnerung daher nicht dazu dienen, diese Identifikation noch weiter auszudehnen.

In den Veden wird das Vergessen können von früherer Verkörperungen daher grundsätzlich als Gnade beschrieben. Würden wir uns an all unsere vergangen Leben erinnern, wären wir angesichts der Beziehung zu unzähligen Müttern, Vätern, Ehepartnern emotional überfordert. Dennoch kennt auch der altindische Ayurveda die Möglichkeit der Rückführungen in frühere Leben als Methode zur medizinischen Heilung (von Trauma, Schock usw.) oder als Hilfsmittel im Hinblick auf die eigene Persönlichkeitentwicklung. In neuerer Zeit gehen vor allem die sogenannten spirituellen Rückfürung in die die Zwischenleben (Leben zwischen den Leben) der Frage nach der geistigen Existenz und dem Sinn des Erdendaseins nach. Deshalb gilt es auch hier für jeden, einen solchen Schritt zur Hypnoserückführung in eigener Selbstverantwortlichkeit und mit Achtsamkeit zu gehen.



 
renate.kaderli (K-Affe) ourswiss (Punkt) ch
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