Vegetarismus in der christlichen Tradition - Namaste

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Vegetarismus in der christlichen Tradition

Tiere achten - nicht schlachten
Vegetarismus in der Bibel

Oft wird gegen ethische und biologische Argumente für eine vegetarische Ernährung die Bibel ins Feld geführt. Etwa dass Jesus auch Fleisch gegessen habe oder das Tier dem Menschen als Untertan gegeben sei.

Ob Jesus Fleisch oder Fisch gegessen hat oder nicht, lässt sich historisch nicht mehr klären. Die heutigen Bibelauslegungen scheinen dies zweifelsfrei zu bejahen. Wer diese Thematik jedoch vertieft, wird feststellen, dass die Frage der Interpretation eine wichtige Rolle einnimmt. So wurden die griechischen Begriffe opsarion, broma, brosis, phago, brosimos, trophe, proshagon oft mit Fleisch oder Fisch übersetzt, obwohl sie Zubrot, Zuspeise oder auch Nahrungsmittel bedeuten. Bis heute berücksichtigen die gängigen Auslegungen dies nicht.

Selbst in Fällen, in denen falsche Auslegungen bereits zweifelsfrei geklärt sind, findet diese Erkenntnis keinen Einlass in die Bibelübersetzungen, wie das Beispiel des Johannesbrotbaumes zeigt. In Matthäus 3.4. wird beschrieben wie sich Johannes der Täufer in der Wüste von Heuschrecken ernährt. Zu dieser Fehlinterpretation führten zwei Umstände. Zum einen heisst Brotkuchen griechisch 'enkris' und Heuschrecken 'akris'. Zum anderen stellen die Blätter der Scheinakazie für Heuschrecken einen Leckerbissen dar und brachten ihr auch den lateinischen Namen 'locusta' (englisch locust: Wanderheuschrecke) ein. Nun dienten die aus dem Mehl der Früchte der Lokuste hergestellten Brotkuchen Johannes als Nahrung, und verliehen dem Baum schliesslich auch den Namen Johannesbrotbaum. Carob- oder Johannesbrotmehl ist inzwischen auch hier in Europa überall bekannt, aber dennoch wird der menschliche Irrtum bei der Abfassung und Interpretation des Bibeltextes nicht korrigiert.

Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff Fisch. In östlichen Ländern (Japan, islamische Länder) werden noch heute aus dem Mehl einer getrockneten Wasserpflanze, die als Fischpflanze bekannt ist, kleine Brötchen gebacken. Diese Brötchen gehörten bereits im alten Babylon zur täglichen Ernährung und galten auch zu Jesu Lebzeiten als Leckerbissen. Im bekannten Wunder der Speisung der Fünftausend, wird heute von Brot und Fischen gesprochen. Interessant ist jedoch, dass die frühen Manuskripte des Neuen Testamentes keine Fische, sondern Brot und Früchte erwähnen. Erst in späteren Manuskripten der Bibel (nach dem 4. Jahrhundert) ist von Fisch anstelle von Früchten die Rede. Tatsächlich wird der Begriff Fisch im Kodex Sinaiticus zum ersten Mal als Teil des Wunders aufgeführt.

Doch die Bibel ist nicht die einzige Quelle, die näheren Aufschluss über das Leben und die Lehre der Apostel und der ersten Christen geben können. Aus den Anfängen des Christentums sind Briefe, Chroniken und Predigten erhalten, in denen deutliche Hinweise zu finden sind, dass der Vegetarismus im frühen Christentum stark verbreitet gewesen ist.

Die nachfolgenden Zitate legen nahe, dass die Apostel den Verzehr von Fleisch grundsätzlich verurteilten haben. In den Pseudo-Klementinen werden Lehrreden zitiert die dem Apostel Petrus zugeschrieben werden. Unmissverständlich hält Petrus in Predigt XII fest: ”Das widernatürliche Essen von Fleisch ist ebenso vergiftend wie die heidnische Anbetung von Teufeln mit ihren Opferungen und unreinen Festen. Durch Teilnahme wird der Mensch zum Tischgenossen von Teufeln.“ Seine eigene Nahrung beschreibt Petrus darin mit den Worten: ”Ich lebe von Brot und Oliven, denen ich nur selten ein Gemüse zufüge.“ Clemens von Alexandrienum (geb. um 150 in Athen; gest. um 215 in Kappadokien, griechischer Theologe und Kirchenschriftsteller) schreibt über Matthäus, er habe allein von Pflanzenspeisen gelebt und kein Fleisch berührt (Paidagogus II,1). Der Kirchenvater und Bischof von Cäsarea Eusebius (264 - 349) zitiert in seiner Kirchengeschichte (II,2,3) den Kirchenschriftsteller Hegesipp, wonach Johannes niemals Fleischkost genossen hat. In der gleichen Quelle wird Jakobus der Jüngere (genannt der ”Gerechte“) als heilig von Mutterleib an beschrieben, der keine berauschenden Getränke nahm, noch etwas ass, das beseelt war (II,23,5.6). Jakobus war der Führer der ersten Christengemeinde in Jerusalem. Er gilt nach evangelischer Lehre als Bruder Jesu, nach katholischer Auffassung als Vetter Jesu. Und selbst von Paulus, der in der Bibel dem Menschen freie Wahl seiner Speisen lässt, ist im Toledoth Jeschu, einer Sammlung altjüdischer Quellen zum Leben Jesu, überliefert: ”Jesus befahl mir, dass ich kein Fleisch esse und keinen Wein trinke, sondern nur Brot, Wasser und Früchte, damit ich rein befunden werde, wenn er mit mir reden will.“ Dieser rote Faden des Fleischverzichts zieht sich von den Aposteln zu den frühen Kirchenvätern bis zu später entstandenen christlichen Ordensgemeinschaften.

So sind ähnlich klare Aussagen auch in den Schriften früher Kirchenschriftsteller und -väter zu finden. Tertullian (um 200) wird zu den ältesten Kirchenschriftsteller gezählt. Er teilt die Christen in zwei Gruppen: die wahren Christen, die sich des Fleisches enthalten und die ”Leiber ohne Seelen“, welche Fleisch essen.

Klemens von Alexandria (150 - 215) ist der angesehene Gründer und Leiter der Katechetenschule in Alexandria. In seinem Werk Paidagogos bemüht er sich um eine Darlegung der christlichen Ethik. Darin spricht er sich für eine einfache Lebensweise aus und lehnt den Fleischverzehr ab (Paidagogos II).

Der Primas von Konstantinopel und grosse Prediger der griechischen Kirche Johannes Chrysotomus (345 - 407) stellt sogar fest, die christlichen Führer würden sich dem Fleisch von Tieren enthalten, um ihre Körper bezähmen zu können. Das Essen von Fleisch sei unnatürlich und vergiftend (Predigt 69 über Matth. 22. 1 - 4).

Ein lateinischer Kirchenlehrer, der den Fleischverzehr für den Menschen von verderblicher Wirkung hält, ist der heilige Augustinus (354 - 430). Er ist ab 395 Bischof von Hippo und auch von ihm ist überliefert, dass er sich von pflanzlicher Nahrung ernährte (Confessiones und de vera religione II).

Und noch einer der kenntnisreichsten unter den lateinischen Kirchenvätern, der heilige Hieronymus (347 - 419), spricht sich entschieden gegen den Fleischverzehr aus: ”Der Genuss von Tierfleisch war bis zur Sintflut verboten; seit der Sintflut aber gibt man uns die Nerven und den stinkenden Saft des Fleisches unter die Zähne, gleich wie man dem murrenden Volk in der Wüste Wachteln vorwarf. Jesus Christus, der am Ende der Tage gekommen ist, hat das Ende an den Anfang zurückgeführt, so dass es uns heute nicht mehr gestattet ist, Fleisch zu essen.“ (Lib. I, Adversus Jovinian). Verwundern sollte, dass in der heutigen Bibel nunmehr wenig von dieser klaren Auffassung durchschimmert. Immerhin gilt Hieronymus als Verfasser der Vulgata, der meistbenutzten lateinischen Bibelübersetzung.

Selbst Zeugnisse römischer Zeitgenossen weisen darauf hin, dass der Vegetarismus unter den frühen Christen ganz allgemein verbreitet ist. Seneca (5 v. Chr. - 65 n. Chr.) ist ein führender Vertreter der stoischen Philosophie und Hauslehrer von Kaiser Nero. Obwohl er ein begeisterter Vegetarier ist, nimmt er von seiner Überzeugung Abstand. Grund dafür ist Nero, der ihn aufgrund seines Vegetarismus verdächtigt, auch ein Christ zu sein. Seneca schreibt: ”Bestimmte ausländische Religionen (Christen) sind zum Objekt des kaiserlichen Misstrauens geworden. Als Beweis der Zugehörigkeit zu diesem fremden Kult oder Aberglauben wird auch die Enthaltsamkeit vom Fleisch der Tiere gezählt. Ich sehe mich durch die dringende Bitte meines Vaters hin veranlasst, zu meinen früheren Ernährungsgewohnheiten zurückzukehren.“ Seneca konnte jedoch seinem Schicksal nicht entgehen und wurde später von Nero zum Selbstmord genötigt.

Als die Christen beschuldigt werden, Menschenopfer darzubringen, wehren sie sich: ”Ihr, die ihr wisst, dass wir Tierblut verabscheuen, wie könnt ihr glauben, wir seien nach Menschenblut begierig?“. Und der byzanthinische Gouverneur Plinius bestätigt seinem römischen Kaiser Trajan (53 - 117) in einem Brief, dass die Christen sich der Fleischnahrung enthalten (Ep. lib.X.96).

Diese Überlieferungen lassen darauf schliessen, dass der Vegetarismus im frühen Christentum gelehrt und gelebt wird. Doch mit Kaiser Konstantin kommt im 4. Jahrhundert ein Herrscher an die Macht, der das Christentum zur Staatsreligion macht und so die Geschichte des Christentums wesentlich mitprägt. Unter seinem Diktat geht es den vegetarischen Christen nicht viel anders, als es ihnen unter Nero ergangen ist. Sie müssen befürchten als Ketzer bestraft zu werden, denn dem Glaubensbekenntnis des römischen Reiches liegt nun eine Bibelinterpretation zu Grunde, welche den Fleischgenuss billigt. Die Strafe, die Konstantin gefangenen Ketzern zukommen lässt, ist grausam: er lässt ihnen flüssiges Blei in den Hals schütten.

Eine weitere aufschlussreiche Begebenheit findet im Jahre 692 n. Chr. statt. Justinian II beruft die Trullanische Synode (auch Quinisext) ein. Diese Synode ist im wesentlichen eine Fortführung und Bestätigung der Entscheidungen aus früheren Konzilen. Dennoch werden auch einige erzieherische Entschlüsse gefasst, welche sich von bestimmten Praktiken unterscheiden, die sich im Westen bereits festgesetzt haben. Die römische Kirche ist nicht gewillt, dies zu verändern und der Papst lehnt die an der Trullanischen Synode festgelegten Bestimmungen ab. Eine der Regeln, die abgelehnt wird, lautet: ”Die Heilige Schrift verbietet das Essen von tierischem Blut. Ein Priester, der Blut zu sich nimmt, wird mit seiner Absetzung, ein Laie mit seiner Exkommunikation bestraft.“

Die Verfolgung der vegetarischen Christen hält auch nach der Jahrtausendwende an. Graf von Hoensbroech schreibt: ”Durch die Bischofsversammlung in Glosar im Jahre 1051 wurden mehrere als Ketzer zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten: denn es entspräche den Anschauungen der Katharer, keine Tiere zu töten. Ja selbst das Aussehen der Angeschuldigten genüge, sie als Ketzer zu verurteilen, weil ihre Blässe zurückzuführen sei auf den der Lebensführung der Katharer entsprechenden ausschliesslichen Genuss von Pflanzennahrung.“ (Das Papsttum in seiner sozial-kulturellen Wirksamkeit, Volksausgabe, Leipzig, Breitkopf und Härtel, 1904, Seite 35). Trotz der Gefahr für das eigene Leben sind jedoch in der christlichen Tradition immer wieder Gläubige auch für den Vegetarismus als Bestandteil christlicher Ethik eingetreten und zum Teil sind daraus christliche Orden wie die der Trappisten, Benediktiner, Karthäuser oder Zisterzienser hervorgegangen.

Die aufgeführten Zitaten weisen darauf hin, dass die frühesten Formen christlicher Lehre den Vegetarismus beinhalten. Doch es geht nicht in erster Linie darum, Historik zu betreiben. Auch die Frage des Fleischverzehrs muss letztlich vom Standpunkt der eigenen Erkenntnis und des eigenen Bewusstseins beantwortet werden.


Vegetarismus im Christentum

"Wir haben den diakonischen Auftrag Jesu verraten
und unseren geringsten Brüdern, den Tieren, nie gedient."

Dies ist ein einzelner Vers aus dem Glauberger Schuldbekenntnis, das Christen im Frühjahr 1988 ablegten. Wie oben aufgezeigt, ist die Frage, ob sich eine Ethik biblisch begründen lässt, die den Tieren eigene Rechte gegenüber dem Menschen zugesteht, nicht allein durch Vermutungen über Jesus Essgewohnheiten zu beantworten. Christliche Ethik kann nicht an der Frage der ethischen Verantwortung für die Mitgeschöpfe vorbeigehen, die der Obhut des Menschen anvertraut sind.

In 1. Mose 1,26 wird dem Menschen eine Sonderstellung gegenüber dem Tier eingeräumt: "Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen nach unserem Bilde, uns ähnlich; sie sollen herrschen über die Fische im Meer und die Vögel des Himmels, über das Vieh und alles Wild des Feldes und über alles Kriechende, das auf der Erde sich regt."

Doch ist diese Sonderstellung nicht gerade im Lichte der grossen Verantwortung zu sehen, die hier dem Menschen übertragen wird? Der Verantwortung nämlich, dass jeder Mensch vor Gott als sein Stellvertreter in der Schöpfung wirken soll. Die Herrschaft des Menschen über die Tiere und seine Gottesbildlichkeit, wie sie in obigem Bibelzitat beschrieben wird, kann keine Freikarte zur Ausbeutung von Tier und Natur sein. Vielmehr ist sie eine Aufforderung, im eigenen Tun das Werk Gottes sichtbar zu machen. Daran dass die Bibel die Würde des Mensch nicht höher bewertet, als die Würde der Kreatur, lässt Pred. 3,18 - 21 keinen Zweifel aufkommen: ”Ich dachte bei mir selbst: Der Menschenkinder wegen, sie zu prüfen, hat Gott es so gefügt, damit sie sehen, dass sie nicht mehr sind als das Tier. Denn das Geschick der Menschenkinder ist gleich dem Geschick des Tiers; ein Geschick haben sie beide. Wie dieses stirbt, so sterben auch jene, und einen Odem haben sie alle. Der Mensch hat vor dem Tier keinen Vorzug. Denn alle gehen an einen Ort; alle sind sie aus Staub geworden, und alle werden sie wieder zu Staub. Wer weiss, ob der Odem der Menschenkinder emporsteigt, der Odem des Tieres aber hinabfährt zur Erde?“

Die christliche Lehre betont zu Recht die menschliche Existenz als unendlich kostbar. Doch lässt sich der christliche Auftrag zur Diakonie, zum Dienst an den Armen und Hilfsbedürftigen, verwirklichen, wenn Kreatur und Schöpfung davon ausgeklammert sind? Christlich muss die Schöpfung im Licht des Erlöstseins und Erlöstwerdens betrachtet werden, das heisst, der Zweck der Schöpfung besteht darin, erlöst zu werden. Zur Schöpfung gehören aber sowohl Mensch als auch Tier.

Im Lichte des Erlösungsgedankens besteht die Verantwortlichkeit des Menschen - des Christen - darin, allen Mitgeschöpfen, den Armen und den Schwachen, zu helfen und zu dienen. Er ist der gute Hirte, dessen besondere Verpflichtung darin besteht, Gewalt und Leid so weit als möglich zu verhindern und zu vermindern. Diese besondere Verpflichtung kommt sehr schön in 1. Mose 2.15 zum Ausdruck: ”Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaue und bewahre.“ Das hebräische Wort für "bebauen" bedeutet ebenfalls "dienen". Aus diesem Dienen ergibt sich der Auftrag zur Fürsorge für alles, was schwach und der Macht anderer ausgeliefert ist.

In den 90er Jahren hielt Prof. Dr. theol. Erich Grässer, Ordinarius für Neues Testament an der Universität Bonn, in einer Ansprache fest: ”... Kirche sei für die Menschen da. Aber dieser Mensch ist doch gerade nach biblischer und kirchlicher Lehre ein Geschöpf Gottes inmitten anderer Geschöpfe Gottes. Er lebt als Geschöpf in der Schöpfung. Noch deutlicher: Er hat von Gott her das Amt, Haushalter und nicht Ausbeuter der göttlichen Schöpfung zu sein. Allmählich gewinnt die Kirche diese Einsicht zurück, wie das jüngst von beiden Kirchen herausgegebene Dokument 'Verantwortung wahrnehmen für die Schöpfung' beweist.

Aber viel zu lange hat auch die Kirche statt vom Heil der Schöpfung nur vom Heil des Menschen gesprochen, und damit jene Grundeinstellung gefördert, die da sagt: Wir Menschen sind alles, alles andere ist nichts. Die gnadenlosen Folgen dieser Einstellung, die den Menschen zum höchsten Wesen übersteigert, die Natur aber zum frei disponiblen Objekt entwertet, bekommen wir immer deutlicher zu spüren. Die Ressourcen schwinden, die Böden versauern, die Gewässer verfaulen, die Lüfte verpesten, die Wälder sterben, die Wüsten wachsen, die Äcker und Tierbestände schrumpfen, nur die Menschheit wächst und wächst.“ (Quelle: Informationsblatt des Arbeitskreis gegen Vivisektion Interlaken, Schweiz)

Mit ähnlichen Worten weist auch der streitbare Theologe Eugen Drewermann auf die zerstörende Wirkung einer anthropozentrisch ausgelegten Christenlehre hin: ”Sie galt ausschliesslich nur für den Menschen; sie gründete damit die absolute Hochschätzung der Menschen auf die relative Missachtung aller anderen Mitgeschöpfe; sie zerriss auf diese Weise ideologisch das gemeinsame Band des Lebens, das Menschen und Tiere miteinander verbindet; sie machte, wie jede Doktrin, die zu eng ist, um der Wirklichkeit gerecht zu werden, grausam im Umgang mit der Wirklichkeit des Lebens.“ (aus seinem Essay in Die Erde bewirtet uns festlich, Steven Rosen, Adyar 1992).

Dabei ist die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben biblisch und viele Bibelstellen bezeugen Gottes Fürsorge für alle Geschöpfe. Nach christlicher Auffassung ist die Person und das Wirken Jesus Christus die Fleischwerdung der Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen. Im neuen Bund muss diese Fürsorge, Barmherzigkeit und Liebe im ethischen, dem Leben in all seinen Formen dienenden Verhalten der Nachfolger Jesu lebendig werden. Dies ist ein lebendiges Zeugnis der Versöhnung mit Gott, wie sie der Prophet Jesaja als Wirken des Messias beschreibt und so kann ein Stück dessen Realität werden, was Jesus aus Nazareth als Reich Gottes in Aussicht gestellt hat.

"Gerechtigkeit wird der Gürtel seiner Lenden und Treue der Gurt seiner Hüften sein. Da wird der Wolf zu Gast sein bei dem Lamme und der Panther bei den Böcken lagern. Kalb und junger Löwe weiden beieinander, und ein kleiner Knabe leitet sie. Kuh und Bärin werden sich befreunden, und ihre Jungen werden zusammen lagern; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Der Säugling wird spielen am Loch der Otter, und nach der Höhle der Natter streckt das kleine Kind die Hand aus. Nichts Böses und nichts Verderbliches wird man tun auf meinem ganzen heiligen Berge; denn voll ist das Land von Erkenntnis des Herrn, wie von Wassern, die das Meer bedecken".(Jes. 11, 5-9).


 
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